Sehr geehrter Herr Dr....

mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. Darüber hinaus möchten wir Sie in eigener Sache auf die Seminare des FVDZ aufmerksam machen.

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • Bundesvorstand: TSVG bleibt wichtiges Thema
  • Bundesvorstand: Fachkräftemangel gemeinsam angehen
  • Schöne neue Welt: Techniker Krankenkasse setzt auf „ADA“
  • Medizinprodukte: Mehr Schadensmeldungen
  • Bayern: Christian Berger bleibt Kammerpräsident
  • 51. Winterkongress zum ersten Mal in Schladming
  • Zu guter Letzt: Verlorenes Gebiss überführt Dieb

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

Bundesvorstand: TSVG bleibt wichtiges Thema

Auf den Sitzungen des Bundesvorstandes (BV) und des Erweiterten Bundesvorstandes (EV) in München am vergangenen Wochenende stand das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) erneut im Fokus, ist es doch die wahrscheinlich letzte Möglichkeit dieser Legislaturperiode, die Regelungen bezüglich Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) zu ändern. Für den 13. Dezember ist die erste Lesung vorgesehen, im Januar soll eine Verbände-Anhörung folgen und am 01. April soll das Gesetz in Kraft treten. Außerdem plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeitnah einen Runden Tisch zum Thema MVZ. „Wir verteidigen bis zum Schluss unsere Position, dass zahnärztliche MVZ (ZMVZ) für die Versorgung nicht nur nicht notwendig sind, sondern die flächendeckende Versorgung gefährden“, erklärte der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader. Der Freie Verband werde mit seiner Kampagne gegen kapitalgetriebene ZMVZ weiter dagegenhalten. Zugleich wird man sich aber auch intensiv mit Kooperationsformen der Zukunft beschäftigen. Weiteres Thema waren Aktivitäten des Freien Verbandes zur im Mai 2019 anstehenden Europawahl. Die Wahl zum EU-Parlament wird auch bei den berufspolitischen Diskussionen im Rahmen der Kongresse in Schladming und auf Usedom thematisiert werden. Eine neu gegründete Projektgruppe wird sich mit der Platzierung zahnärztlicher Themen zu den Wahlen zum EU-Parlament beschäftigen. „Viele Regelungen, die Zahnärzte in Deutschland beschäftigen, kommen inzwischen aus Brüssel“, gab der FVDZ-Europabeauftragte Ernst-Jürgen Otterbach zu bedenken. „Dies als Verband kritisch zu begleiten und zu hinterfragen ist eine wichtige Aufgabe für uns.“
jg, jh

Bundesvorstand: Fachkräftemangel gemeinsam angehen

Im Rahmen der EV-Sitzung gab es einen konstruktiven Meinungsaustausch mit der Referatsleiterin für Zahnmedizinische Fachangestellte im Verband medizinischer Fachberufe (VmF), Sylvia Gabel, die zuvor heftige öffentliche Kritik an Beschluss 17 der FVDZ-Hauptversammlung geübt hatte. Anliegen der Antragsteller war es, neben einer Attraktivitätssteigerung des ZFA-Berufs Quereinsteigern eine rechtssichere und qualifizierte Tätigkeit in zahnärztlichen Praxen zu ermöglichen, z.B. als Rezeptionsmanagerin oder Hygienefachkraft. Der VmF befürchtet hingegen, dass durch eine minderbefähigte „ZFA-light“ ein Einstieg in Lohn-Dumping geschaffen werden solle. In der Diskussion wurde erneut deutlich, dass miteinander reden allemal besser ist als übereinander reden. Man wurde sich schnell einig, dass der Beruf der ZFA unbedingt erhalten bleiben müsse und vereinbarte eine konstruktive Zusammenarbeit, um die Attraktivität des Berufs der ZFA zu erhöhen. Angedacht ist eine kontinuierliche Kooperation beider Verbände bei der Aus- und Weiterbildung, aber auch bei Verbesserungen im Berufsalltag. Daneben müsse man aber auch schnelle Lösungen für den akuten Fachkräftemangel finden, betonte Schrader abschließend.
jg

Schöne neue Welt: Techniker Krankenkasse setzt auf „ADA“

Bei gesundheitlichen Beschwerden suchen viele heutzutage erst im Internet nach Erklärungen, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Die Techniker Krankenkasse (TK) hält Informationen aus Suchmaschinen für nicht immer seriös und stellte daher am vergangenen Mittwoch in Berlin eine eigene App vor, die „qualitätsgesicherte und verständliche“ Gesundheitsinfos liefern soll. Die Krankenkasse bietet ihren Versicherten einen rein elektronischen, auf Algorithmen basierenden Symptomcheck an. Nach der Eingabe ihrer Beschwerden in die App ADA erhalten die Patienten eine Aussage in Form von Wahrscheinlichkeiten, dass hinter bestimmten Symptomen bestimmte Krankheiten stecken und Angebote der Kasse für Vorsorgemaßnahmen. Da sogar Ärzte und Wissenschaftler häufig Probleme mit der Interpretation von Statistiken haben, ist der Nutzen der Informationen für die Betroffenen schwer zu beurteilen. Da das System „selbstlernend“ sein soll (manche sprechen von „künstlicher Intelligenz“) stellt sich natürlich auch die Frage nach weiteren Nutzung des zu erwartenden „Datenschatzes“. Für Anfang 2019 ist zusätzlich der Start einer neuen „TK-Doc“-App geplant, über die der Versicherte nach der Bewertung seiner Beschwerden telefonisch, per Mail, per Text- oder Video-Chat mit einem Arzt Kontakt aufnehmen kann.
In einer der nächsten Ausgaben wird sich „Der Freie Zahnarzt“ des Themas ausführlich annehmen.
Quelle: tk, red

Medizinprodukte: Mehr Schadensmeldungen

In der vergangenen Woche machten Meldungen über defekte Medizinprodukte wie Implantate oder Hörgeräte Schlagzeilen. Nach Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung gab es im vergangenen Jahr deutschlandweit über 14.000 Fälle, bei denen es zu Verletzungen, Todesfällen oder anderen Komplikationen gekommen ist. Auch die Zahl der Verdachtsfälle sei stark angestiegen. Das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM) sieht mehrere Gründe für den Anstieg; Zum einen steige die Zahl der angewendeten Medizinprodukte und zum anderen gebe es ein besseres Meldungsverhalten von Ärzten und Kliniken. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bestätigte, dass mehr Fälle mit „produktbezogener Ursache“ gemeldet worden seien, es sei aber nicht bei jedem Fall eine gravierende Verschlechterung oder gar der Tod des Betroffenen eingetreten. Überdies sei in der Vergangenheit in rund 40 Prozent der Fälle das gemeldete Problem gar nicht von dem Medizinprodukt ausgegangen. Es sei also im rechtlichen Sinne kein meldepflichtiges „Vorkommnis“ gewesen. Andererseits zeigte die Recherche der Journalisten, dass Schäden durch Medizinprodukte oftmals nicht aktenkundig werden, weil die Hersteller Entschädigungszahlungen an Verschwiegenheitsverpflichtungen der Betroffenen knüpfen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat inzwischen den Aufbau einer industrieunabhängigen Meldestelle für alle verbauten Implantate angekündigt.
Quelle: Ärzteblatt, änd

Bayern: Christian Berger bleibt Kammerpräsident

Die Vollversammlung der Bayerischen Landeszahnärztekammer hat Christian Berger (Kempten) in seinem Amt als Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) bestätigt. Er führte die Kammer bereits seit 2014 und war zuvor ab 2002 Vizepräsident der BLZK. Auch der bisherige Vizepräsident Dr. Rüdiger Schott (Sparneck) wurde in seinem Amt bestätigt. Das Votum sei eine klare Bestätigung für ihren politischen Kurs, erklärten die beiden Präsidenten, die seit Anfang 2017 personengleich an der Spitze der Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) stehen. Die Einigkeit der zahnärztlichen Körperschaften sei angesichts der großen Herausforderungen für den zahnärztlichen Berufsstand wie beispielsweise die veraltete Approbationsordnung und die Bedrohung durch Z-MVZ unabdingbar, so Berger und Schott.
Quelle: PM BLZK

Aus dem Verband:

51. Zahnärzte Winterkongress zum ersten Mal in Schladming

Der bekannte Winterkongress an einem neuen Tagungsort: Über die Karnevalszeit - vom 3. bis 8. März 2019 - lädt der Freie Verband zum 51. Zahnärzte Winterkongress ins moderne Kongresszentrum in den Skiort Schladming (Österreich) ein. Vertiefen Sie in der Kongresswoche gemeinsam mit Ihrem Praxisteam Ihre Kenntnisse, und lernen Sie von international anerkannten Referenten klinisch- und praxisrelevantes Grundlagen- und Expertenwissen. Abgerundet wird die niveauvolle Fortbildung von einem attraktiven Rahmenprogramm. Die Region bietet Ihnen perfektes Skivergnügen für das Praxisteam und die ganze Familie. Wir empfehlen eine frühzeitige Hotelbuchung über den Tourismusverband Schladming und freuen uns, Sie im März 2019 in der schönen Winterkulisse der Steiermark begrüßen zu dürfen. Anmeldungen sind online (www.fvdz.de/schladming) oder per E-Mail möglich: (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) / Fax (+49 (0) 22 8 34 06 - 71).
red

Zu guter Letzt:

Verlorenes Gebiss überführt Dieb

In Ulm wurde ein 37-jähriger Mann mithilfe seines Gebisses als Dieb überführt. Der Mann war neu in einer Unterkunft für Monteure und betrank sich mit seinen Mitbewohnern. Danach durchsuchte er die Taschen der anderen und entwendete drei Handys, 300 Euro, einen Ausweis sowie eine Bankkarte. Allerdings verlor der Dieb dummerweise dabei auch sein Gebiss. Dieses fand ein Mitbewohner am nächsten Morgen und benachrichtigte die Polizei. Die Polizisten konnten bei dem noch schlafenden Mann ein Großteil der Beute sicherstellen. Der mutmaßliche Dieb muss sich nun für seine Tat verantworten, außerdem hat er seinen Job und das Zimmer in der Unterkunft verloren. Ein Gutes hatte das Schlamassel aber: Sein Gebiss bekam er wieder.
Quelle: WELT

Aktuelle Seminarangebote:

Der FVDZ bietet Zahnärzten und Praxismitarbeitern eine Vielzahl von Seminaren in seiner "FVDZ Akademie" an. Die aktuellen Fortbildungsangebote:

Sehr geehrter Herr Dr. ,

mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. Darüber hinaus möchten wir Sie in eigener Sache auf die Seminare des FVDZ aufmerksam machen.

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • Bundesrat veröffentlicht Stellungnahme zu TSVG: Freier Verband begrüßt Nachbesserungen MVZ: Montgomery fordert Beschränkungen
  • Bayern: Virus legt komplette Klinik lahm
  • Digitalisierung: Keine Sonderregeln für Medizin-Apps
  • Sachsen: Thomas Breyer neuer Kammerpräsident
  • Wissenschaftlicher Info-Dienst
  • Zu guter Letzt: Dein Freund und Helfer: Polizeieinsatz wegen Prothese

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

Bundesrat veröffentlicht Stellungnahme zu TSVG: Freier Verband begrüßt Nachbesserungen bei MVZ

Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag seine Stellungnahme zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) abgegeben. Darin gibt die Länderkammer unter anderem Empfehlungen in Fragen zum künftigen Umgang mit Kapitalinvestoren in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ): Im weiteren Gesetzgebungsverfahren sollen „geeignete Regelungen“ in das Gesetz aufgenommen werden, um „für das Versorgungsgeschehen und die Versorgungssicherheit schädliche Monopolisierungstendenzen durch MVZ wirksam zu begegnen“. Der Bundesrat spricht sich dafür aus, dass Krankenhäuser in Zukunft nur noch MVZ gründen dürfen, wenn der Krankenhausstandort im Planungsbereich für den Sitz des MVZ liegt und zudem noch über eine entsprechende Fachrichtung verfügt, in der auch das MVZ tätig sein soll. Eine Sonderregelung für zahnärztliche MVZ hat der Bundesrat nicht empfohlen, vielmehr bezieht er sich grundsätzlich auf Ärzte und Fachärzte. Mit diesen Empfehlungen wird sich nun der Bundestag beschäftigen. Die erste Lesung des TSVG ist für den 13. Dezember vorgesehen.
Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) befürwortete in einer Pressemitteilung die Empfehlungen des Bundesratsgesundheitsausschusses, Zulassungskriterien für MVZ zu verschärfen und somit Finanzinvestoren den Zugang in den Markt zu erschweren sowie die Bildung marktbeherrschender Strukturen zu unterbinden. Insbesondere für freiberuflich tätige Zahnärzte sind die von Spekulanten betriebenen zahnärztlichen MVZ eine Bedrohung im Berufsalltag geworden. „Der FVDZ begrüßt das Bestreben, monopolartige Formen im ambulanten medizinischen und zahnmedizinischen Bereich zu stoppen. Wir warnen schon lange vor dieser Fehlentwicklung und sind nun zumindest teilweise gehört worden“, sagte der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader. Außerdem betonte er: „Wir brauchen im ambulanten zahnmedizinischen Bereich keine zahnärztlichen MVZ (ZMVZ), weil sie keinerlei Verbesserung der Versorgung in der Fläche erreichen.“  Der FVDZ setzt sich schon seit langem dafür ein, die Entwicklung des massenhaften Aufkaufs von Praxen und die Gründung von ZMVZ aus ausschließlichem Renditeinteresse zu bremsen, weil damit die Zerstörung bewährter Versorgungsformen einhergeht.
jg, sas

MVZ: Montgomery fordert Beschränkungen

Auch ärztlichen Standesvertretern scheint inzwischen zu dämmern, dass der Ruf nach MVZs zur Sicherung der flächendeckenden Versorgung ein Fehler gewesen sein könnte. So fordert jetzt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Frank Ulrich Montgomery, dass die Politik die Gründung von MVZ-Ketten eindämmen müsse. Nur ohne Monopole könne man auch künftig eine hochwertige Versorgung gewährleisten. Daher müsse die Größe von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Ketten auf ein für die Versorgung sinnvolles Maß begrenzt werden. Vorstellbar sei auch eine zeitliche Begrenzung der Zulassung von MVZ. Ökonomisches Handeln habe im Gesundheitswesen seine Berechtigung, die Ökonomie müsse aber den Zielen der Medizin dienen – und nicht umgekehrt, sagte Montgomery auf einer Tagung der Bundesärztekammer in Berlin  Man müsse dafür sorgen, dass der „freiberufliche Charakter der ärztlichen Tätigkeit sowie die Wahlfreiheit der Patienten“ erhalten blieben, betonte der Kammerpräsident mit Blick auf Übernahmen von Gesundheitseinrichtungen durch so genannte Private-Equity-Gesellschaften. Nach BMG-Angaben gab es zwischen 2014 und 2017 über 800 MVZ-Neugründungen. Bundesweit gibt es derzeit knapp 3.000 MVZ gibt es inzwischen bundesweit. Der NAV-Virchow-Bund hat gefordert, MVZ-Neugründungen per Rechtsform auf Gemeinnützigkeit zu verpflichten, damit keine hohen Renditen mehr an Anleger ausbezahlt werden dürfen.
Quelle: aend

Bayern: Virus legt komplette Klinik lahm

„Algorithmen machen weniger Fehler als Menschen“, ist ein gern benutztes Argumente für das Propagieren des so genannten „autonomen Fahrens“. Was aber, wenn Menschen mit Algorithmen Übles planen? Im bayerischen Fürstenfeldbruck ist in der vergangenen Woche das Klinikum durch einen Computervirus lahmgelegt worden.
Weil 450 Computer nach einem Virusbefall vom Netz genommen werden mussten, konnten zeitweise nur dringende Notfälle aufgenommen werden. Die ersten Rechner waren vor etwa einer Woche infiziert worden. Danach breitete
sich der Computer-Virus schnell im gesamten Netzwerk des Hauses aus. Inzwischen ermittelt die Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Klinikvorstand Alfons Groitl sprach von einem "sehr, sehr bösartigen Virus", der trotz hoher Schutzvorkehrungen auf Hunderten Rechnern aufgetaucht sei. Derzeit würden alle Computer und Server überprüft und gesäubert. Die infizierten Geräte seien wiederholt herunter- und wieder hochgefahren. Die Klinik war nicht per E-Mail, sondern nur noch telefonisch erreichbar, heißt es in einem Bericht des Bayerischen Rundfunks. Zudem habe die Klinik alle Bankkonten sperren lassen, um finanzielle Schäden durch mögliche virusbedingte Weiterleitung von Kontodaten zu vermeiden.
Quelle: dpa, Ärztezeitung

Digitalisierung: Keine Sonderregeln für Medizin-Apps

In einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung wollte die FDP-Bundestagsfraktion Auskunft über die Zulassung von digitalen Medizinprodukten erhalten. Zahnarzt Wieland Schienenburg (MdB aus Hamburg) konstatierte, dass immer mehr digitale Medizinprodukte kaum in eine der heutigen Kategorien (Arzneimittel, Medizinprodukte) passen und fragte, ob die Bundesregierung plane, die Zulassung von digitalen Medizinprodukten zu erleichtern, und wenn ja, wie und wann? In der Antwort der Bundesregierung heißt es, Software mit einer medizinischen Zweckbestimmung unterliege den Regelungen für die Zulassung von Medizinprodukten. Für den Marktzugang als Medizinprodukt sei grundsätzlich eine CE-Kennzeichnung erforderlich. Von Medizinprodukten abzugrenzen seien jedoch so genannte Lifestyleprodukte wie etwa Fitness-Apps. Wer nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) ein Medizinprodukt in Verkehr bringen wolle, müsse dies der zuständigen Landesbehörde anzeigen. Derzeit liegen nach BMG-Angaben 622 Anzeigen für APPs und Softwareprodukte im deutschen Medizinprodukte-Informationssystem vor. Etwa die Hälfte der Anzeigen entfalle auf die niedrigste Risikoklasse I, die andere Hälfte auf die Risikoklasse II.
Quelle: aend

Sachsen: Thomas Breyer neuer Kammerpräsident

Die 72 Delegierten der Kammerversammlung des Freistaates Sachsen haben Dr. Thomas Breyer am vergangenen Wochenende zum neuen Präsidenten der Zahnärztekammer gewählt. Der in Meißen in eigener Praxis tätige Zahnarzt löst Dr. Mathias Wunsch (Bautzen) ab, der nach den laut Satzung möglichen drei Amtsperioden nicht wieder kandidiert hatte. Breyer, zugleich Vorsitzender der Vertreterversammlung der KZV Sachsen  und Vorsitzender der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer, sieht die Zahnärztekammern als unerlässlich für eine qualitativ hochwertige und flächendeckende zahnärztliche Versorgung an.„Mit dem demografischen Wandel in der Gesellschaft und der zunehmenden Bürokratie liegen große Herausforderungen vor den Zahnärztinnen und Zahnärzten. Wir brauchen eine starke Kammer, die diesen gewachsen ist“, sagte Breyer. Er dankte dem bisherigen Präsidenten ausdrücklich für seine hervorragende Arbeit für die Zahnärzteschaft und ergänzte, er werde die Interessen der sächsischen Zahnärzte mit vollem Einsatz vertreten.
Quelle: PM ZAEK Sachsen

Aus dem Verband:

Wissenschaftlicher Info-Dienst

Mit dem Wissenschaftlichen Info-Dienst (WID) erhalten Sie alle zwei Monate Abstracts von wissenschaftlichen Publikationen und Referaten mit hohem Praxisbezug aus den Fachgebieten Parodontologie, Implantologie, Endodontie, Chirurgie, Prothetik sowie Zahnerhaltung. So bekommen Sie die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bequem mit dem exklusiven und praxisrelevanten Fortbildungsblatt des FVDZ. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage: https://www.fvdz.de/wissenschaftlicher-info-dienst.html
red

Zu guter Letzt:

Dein Freund und Helfer: Polizeieinsatz wegen Prothese

In Kiel wurde die Polizei kürzlich zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen. Einer 84 Jahre alten Seniorin war versehentlich die nagelneue Prothese im Wert von 1.500 Euro aus dem Fenster des 5. Obergeschosses gefallen und auf einem Vordach liegen geblieben. Als die Streife vor Ort eintraf, waren schon zahlreiche Schaulustige der Seniorenwohnanlage zugegen und beobachteten den Einsatz der Polizisten. Diese konnten die unbeschädigten Zähne bergen und der Seniorin übergeben, die als Dankeschön eine Tasse Kaffee anbot.
Quelle: Facebook Polizei Kiel und Plön

Sehr geehrter Herr Dr.

mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitk. Darüber hinaus möchten wir Sie in eigener Sache auf die Seminare des FVDZ aufmerksam machen.

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • KZBV-Vertretersitzung: Beschlüsse gegen das Vordringen von Finanzinvestoren
  • BZÄK-Bundesversammlung: Freiberufliche Praxisstrukturen nicht gefährden
  • apo-Bank: Einzelpraxis (k)ein Auslaufmodell
  • BZÄK: Zahnmedizin als Jobmotor
  • Große Koalition: Lauterbach lobt Spahn
  • Zu guter Letzt: Großes Kino: Freddie Mercurys Zähne

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

KZBV-Vertretersitzung: Beschlüsse gegen das Vordringen von Finanzinvestoren

Es gibt derzeit ein Thema, das die Zahnärzteschaft in ihrer Ablehnung eint wie selten zuvor: Fremdinvestoren in der zahnärztlichen Versorgung. Deshalb dominierte das Thema die Vertretersitzung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) ebenso wie die Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) beim Deutschen Zahnärztetag in Frankfurt. „Wir erleben eine erhebliche Bedrohung der Sicherstellung der zahnärztlichen Versorgung“, betonte der Vorstandsvorsitzende der KZBV, Dr. Wolfgang Eßer. Das Vordringen von versorgungsfremden Finanzinvestoren in den deutschen Gesundheitsmarkt und die damit verbundene Gründung von kapitalgetriebenen zahnmedizinischen Versorgungszentren (ZMVZ) sowie die Kettenbildung in diesem Bereich seien ein Signal für die schleichende Kommerzialisierung der medinischen Versorgung der Patienten.
Die KZBV-Vertreterversammlung forderte nach intensiver Debatte deshalb eine gesetzliche Neuregelung mit der die Gründungsberechtigung von Krankenhäusern für ZMVZ auf räumlich-regionale sowie medizinisch-fachliche Bezüge beschränkt wird. Darüber hinaus sprach sich die KZBV-Vertreterversammlung mehrheitlich dafür aus, die Wettbewerbsbedingungen für die bewährten Praxisformen (Einzel- und Mehrbehandlerpraxen) durch zusätzliche Anstellungsmöglichkeiten zu verbessern. So sollen pro Praxisinhaber drei (oder unter bestimmten Voraussetzungen auch vier) weitere Zahnärzte angestellt werden können. KZVen sollen zudem Sicherstellungszuschläge an junge Zahnmediziner zahlen, Strukturfonds einrichten oder Eigeneinrichtungen betreiben dürfen, um entstehender Unterversorgung zu begegnen, erläuterte KZBV-Chef Eßer. Diesen Vorstoß hält der Bundesvorsitzende des Freien Verbandes, Harald Schrader, für verfrüht und zum jetzigen Zeitpunkt nicht zielführend: „Das politische Signal ist doch, dass wir in vorauseilendem Gehorsam auf unsere Kosten und zu unseren Lasten die Fehler der Politik ausbügeln und die Politik nichts tun muss.“ Unterstützt wurde Schrader vom Vorstandsvorsitzenden der KZV Schleswig-Holstein, Dr. Michael Diercks.
sas

BZÄK-Bundesversammlung: Freiberufliche Praxisstrukturen nicht gefährden

Auch die Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hatte beim Deutschen Zahnärztetag die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) im Fokus. Nach ausgedehnter Diskussion appellierte das Gremium einstimmig an den Gesetzgeber, die Strukturen einer erfolgreichen zahnmedizinischen Versorgung im deutschen Gesundheitssystem nicht in Frage zu stellen. Neue Praxisformen dürften die zahnärztliche Autonomie nicht bedrohen, wie es die Interessen von Kapitalinvestoren derzeit täten. „Die Bundesversammlung fordert den Gesetzgeber auf, die freiberuflichen Praxisstrukturen nicht durch Zulassung versorgungsfremder Investoren zu gefährden“, heißt es in der Resolution. Die Kritik aus der Zahnärzteschaft wird offenbar auch im Bundesgesundheitsministerium (BMG) ernstgenommen. Wie der parlamentarische Staatssekretär im BMG, Dr. Thomas Gebhart (CDU), mitteilte, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) das Thema „Finanzinvestoren in MVZ“ zum Chefthema gemacht und will bald alle Beteiligten an einen Tisch bringen. „MVZ sind eine Alternative für den Nachwuchs und haben sich bewährt. Aber sie sollen die niedergelassene Praxis nicht ersetzen“, betonte Gebhart.
Die Bundesversammlung hat darüber hinaus eine ganze Reihe von Beschlüssen gefasst, die sich unter anderem mit Bürokratieabbau, der GOZ-Punktwertanpassung und der berufspolitischen Nachwuchsarbeit befassen. So fordert die Bundesversammlung die zahnärztlichen Körperschaften und Verbände auf, ein Konzept zur Förderung des berufspolitischen Nachwuchses zu erstellen. Dies solle für Frauen und Männer gleichermaßen geschehen. Zwei Anträge des BZÄK-Vorstandes, nach denen der Anteil weiblicher Mitglieder in der Bundesversammlung perspektivisch erhöht und die Mitarbeit von Frauen in den Gremien der BZÄK aktiv unterstützt werden soll, wurden mehrheitlich abgelehnt.  
mf 

apo-Bank: Einzelpraxis (k)ein Auslaufmodell

Allen Unkenrufen zum Trotz ist die angeblich nicht überlebensfähige Einzelpraxis nach wie vor der beliebteste Weg in die zahnärztliche Selbständigkeit: 2017 entschieden sich 71 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründer dafür. Das ist das Ergebnis der jüngsten „Existenzgründungsanalyse Zahnärzte“ von Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ). Am häufigsten (64 Prozent) wird demnach eine bestehende Praxis übernommen, um diese als Einzelpraxis weiterzuführen. Neugründungen von Einzelpraxen sind dagegen selten, seit 2015 liegt der Anteil bei sieben Prozent. Die Preise für die Übernahme einer Einzelpraxis haben sich 2017 um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert auf durchschnittlich 184.000 Euro erhöht. Die Ausgaben für Modernisierung und Neu-Ausstattung der Praxen lagen im Schnitt bei 125.000 Euro. Damit erreichten die gesamten durchschnittlichen Praxisinvestitionen mit 309.000 Euro einen Höchststand.
Überraschenderweise steigt das Alter der Niederlassungswilligen nicht, sondern sinkt. So waren die Existenzgründer 2017 mit 35,5 Jahren im Vergleich zum Vorjahr etwas jünger (2016: 35,9 Jahre). Jeder zweite Zahnarzt war bei seiner Niederlassung jünger als 35 Jahre. Ausgewertet wurde eine Stichprobe von rund 500 zahnärztlicher Existenzgründungen, die die apoBank 2017 finanzierte.
Quelle: red, aend

BZÄK: Zahnmedizin als Jobmotor

Jeder in der Zahnmedizin erwirtschaftete Euro generiert weitere 1,20 Euro in anderen Bereichen. Nach Angaben der BZÄK im aktuellen Statistischen Jahrbuch liegt der „ökonomische Fußabdruck“ der Zahnärzte bei 2,2. Somit entstehen insgesamt 2,20 Euro Wertschöpfung. Die direkte Bruttowertschöpfung des ganzen zahnärztlichen Systems liegt bei rund 21,4 Milliarden Euro. Darin berücksichtigt sind die ambulante und stationäre Versorgung, Industrie, Handwerk und Versicherungen. Theoretisch fiele das deutsche Bruttoinlandsprodukt ohne zahnärztliche Versorgung durch zusätzliche Effekte in anderen Branchen sogar um über 46 Milliarden Euro niedriger aus. Laut BZÄK wurde die wirtschaftliche Gesamtleistung der Zahnmedizin in Deutschland erstmals auf der Grundlage des so genannten Zahnärztlichen Satellitenkontos (ZSK) erfasst, einem neuen Rechenmodell, das auf der Methodik Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen basiert. Danach hängen 878.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der zahnmedizinischen Versorgung ab. Auf jeden Arbeitsplatz bei Zahnärzten oder deren Zulieferern kommt durchschnittlich fast ein weiterer Arbeitsplatz in anderen Bereichen. 391.000 Personen arbeiten in Praxen, Krankenhäusern oder dem Öffentlichen Gesundheitsdienst für die zahnmedizinische Versorgung.
Quelle: BZÄK

Große Koalition: Lauterbach lobt Spahn

Der Gesundheitsexperte der SPD, Prof. Karl Lauterbach, hat in einem Pressegespräch angekündigt, dass er gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wichtige Gesetze so schnell wie möglich verabschieden will. Lauterbach lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Spahn. Er sei optimistisch, dass das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) im nächsten halben Jahr in Kraft trete. Besonders wichtig sei dabei die „Digitalisierung der medizinischen Versorgung“ über die elektronische Patientenakte (ePA). Diese soll anwendungsbereit bis 2020 vorliegen. Die Krankenkassen sollen bis dahin verpflichtet werden, eine App-basierte ePA zur Verfügung zu stellen - konkret und sicher in der Ausgestaltung (nach BSI-Maßgaben). In dieser so genannten "Killer-App" soll es eine Option geben, nach der der Patient alle seine Gesundheitsdaten für Drittanbieter freischalten kann. Ein weiteres großes Vorhaben ist ein neues Organspendegesetz, für das noch vor Jahresende ein Entwurf auf dem Tisch liegen soll (mit doppelter Widerspruchslösung). Auch zum Zustand der Großen Koalition äußerte er sich: Er wisse nicht, „wie lange die Koalition noch hält“, erklärte Lauterbach.
Quelle: sas, aend

Zu guter Letzt:

Großes Kino: Freddie Mercurys Zähne

Der Film „Bohemian Rhapsody“ über den Werdegang der Band Queen läuft sehr erfolgreich in den deutschen Kinos, besonders der Freddie Mercury-Darsteller Rami Malek brilliert in seiner Rolle. Auch optisch ist kaum ein Unterschied zum Original auszumachen. Dies liegt unter anderem auch an der Arbeit von Christian Lyons. Der Brite designt mit seiner Firma „Fangs FX“ seit Jahrzehnten Zähne und Prothesen für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen. Auch bei „Bohemian Rhapsody“ ist Lyons für Mercurys charakteristisches Gebiss verantwortlich, inklusive dem unverwechselbaren Vorbiss. Um das perfekte Modell für Rami Malek zu finden, wurden fünf verschiedene Sets in unterschiedlichen Größen angefertigt, von denen eines vollkommen war.
It´s a kind of magic!
Quelle: New York Times


Aktuelle Seminarangebote:

Sehr geehrter Herr Dr.,

mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. Darüber hinaus möchten wir Sie in eigener Sache auf die Seminare des FVDZ aufmerksam machen.

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • Telematikinfrastruktur (TI): Bundestag beschließt Fristverlängerung
  • Medizinische Versorgungszentren (MVZ): Spahn signalisiert Gesprächsbereitschaft
  • NAV-Virchow-Bund: Bundesversammlung kritisiert TSVG
  • Organspende: FDP legt neuen Antrag vor
  • Beamte in die GKV: Landesregierung BW sieht Hürden
  • Das Praxishandbuch als Onlineportal
  • Zu guter Letzt: Geht ein Fischotter zum Zahnarzt…

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

Telematikinfrastruktur (TI): Bundestag beschließt Fristverlängerung

Der Bundestag hat die Frist zur Praxisanbindung an die TI um drei Monate verlängert. Praxen müssen nun bis zum 31. März 2019 alle Komponenten für die Telematik bestellen und bei den KVen sowie KZVen nachweisen, um keine Honorarkürzungen zu riskieren. Der Anschluss an die TI muss bis zum 30. Juni 2019 erfolgt sein. Ansonsten drohen Honorarkürzungen von einem Prozent. Die Vertreterversammlung der KZBV hat die Fristverlängerung begrüßt, sie geht ihr jedoch nicht weit genug. Sie forderte den Gesetzgeber auf, die Fristverlängerung nicht von der vertraglichen Vereinbarung zur Anschaffung der Ausstattung abhängig zu machen. Überdies forderten die KZBV-Delegierten eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember 2019, da erst im November 2018 die medisign GmbH für die Ausgabe von elektronischen Praxisausweisen an Zahnarztpraxen zugelassen worden sei. Damit wurde nun nach der Bundesdruckerei und der Firma T-Systems International dem dritten Anbieter für die Ausgabe von elektronischen Praxisausweisen die Zulassung erteilt.
Quelle: KZBV, zm online

Medizinische Versorgungszentren (MVZ): Spahn signalisiert Gesprächsbereitschaft

Das Thema MVZ ist allgegenwärtig und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist dazu offenbar gesprächsbereit. Das berichtete zumindest sein Parteifreund Rudolf Henke, Vorsitzender des Marburger Bundes (MB) auf der Pressekonferenz anlässlich der MB-Hauptversammlung. Spahn will sich demnach im Januar mit Akteuren aus dem Bereich MVZ treffen, um über vielleicht notwendige Korrekturen am Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zu sprechen. Henke erklärte, er sei optimistisch, dass bis März noch über Änderungen im Gesetz beraten werde, damit die Macht von Großinvestoren begrenzt wird. Gleichzeitig forderte Henke KVen, KZVen sowie Berufsverbände auf, nochmal Beschlüsse zu dieser Thematik einzubringen. Man müsse „kapitalistischen Kommerzialisierungstendenzen“ Widerstand leisten. „Da muss der Gesetzgeber beim TSVG nochmal ran“, so Henke. Die Kammerversammlung der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein fasste am Wochenende einstimmig mehrere entsprechende Beschlüsse, „Wenn wir wissen, welche Folgen die Zulassung von private-equity finanzierten MVZs auf die Versorgung hat, dann gibt es keinen Grund, von unserer Forderung abzurücken“, erklärte dazu der Bundesvorsitzende Harald Schrader. „Die Fehlentscheidung muss zurückgenommen werden!“.
Quelle: änd, jh

NAV-Virchow-Bund: Bundesversammlung kritisiert TSVG

Dem Regierungsentwurf für ein Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) haben die Delegierten der Bundesversammlung des NAV Virchow Bundes sowohl Licht als auch Schatten für die niedergelassenen Haus- und Fachärzte bescheinigt. Kritisiert wurden insbesondere die Vorgaben zur Erhöhung von Mindestsprechstundenzeiten und zahlreiche weitere Eingriffe wie enge Fristsetzungen und angedrohte Ersatzvornahmen. Damit setze der Gesetzgeber „weitere schwerwiegende Eingriffe in die Selbstverwaltung und die Organisationshoheit ärztlicher Praxen fort“. Andererseits sei die Einführung neuer Leistungs- und Servicebereiche, die extrabudgetär vergütet werden sollen ein erster Schritt in die Entbudgetierung aller ärztlichen Grundleistungen. Damit erkenne der Gesetzgeber mit dem Entwurf erstmals an, dass ein Zusammenhang zwischen der Budgetierung ärztlicher Leistungen und Terminkapazitäten in den Praxen niedergelassener Ärzte besteht. Am Ende müsse aber das vollständige Ende der Budgets stehen, forderten die Delegierten. „Der Einstieg in den Ausstieg aus der Budgetierung ist schlussendlich eine echte Chance für die Lösung von Problemen in der ambulanten medizinischen Versorgung.“ Zuvor hatte der parlamentarische Staatssekretär im BMG Thomas Gebhart als Gastredner Kritik am Gesetzentwurf zurückgewiesen. Weiter forderten die Delegierten die Einführung einer Impfpflicht und eine Widerspruchslösung für Organtransplantationen.
Quelle: änd

Organspende: FDP will Lebendspende erleichtern

Die FDP-Bundestagsfraktion hat einen neuen Antrag zur Organspende unterbreitet. Dieser sieht vor, dass altruistische Organlebendspenden unter bestimmten Bedingungen gestattet werden sollen. Demnach soll eine Organlebendspende rechtlich künftig möglich sein, ohne dass (wie bislang erforderlich) zwischen Spender und Organempfänger ein besonderes Näheverhältnis besteht. Die Liberalen wollen eine zielgerichtete Lebendspende ausnahmsweise erlauben, wenn die Transplantation entscheidend ist, um das Leben des Empfängers zu retten und kein anderes Organ aus einer postmortalen oder anderen Lebendspende verfügbar ist. Die „Lebendspendekommission“ muss in diesem Fall in einer bindenden Stellungnahme zu der Ansicht kommen, dass die Spende freiwillig und nicht Gegenstand des verbotenen Handelstreibens ist. Überdies sollen auch anonyme Lebendspenden an einen Organpool erlaubt werden, da Spender mit nur einer Niere oder einem Teil der Leber mit kleinen Einschränkungen weiterleben können, so die FDP. Außerdem sollten ehemalige Lebendspender bei der Zuteilung vorgezogen werden, sollten sie selbst einmal eine Transplantation brauchen.
Quelle: Ärzteblatt

Beamte in die GKV: Landesregierung BW sieht Hürden

Seit August 2018 ermöglicht das Bundesland Hamburg Neu-Beamten anstatt der bisherigen Kombination aus PKV und Beihilfe die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse zu wählen. Das Land trägt dann, wie bei Angestellten, den hälftigen GKV-Beitrag. Die dabei (zunächst) höheren Kosten (in Hamburg geht man von 5,8 Mio. EUR aus) werden bewusst in Kauf genommen, weil man sich langfristig Einsparungen bei der Beihilfe erhofft (oder die private Krankenversicherung austrocknen will, wie Kritiker mutmaßen). Die Landesregierung Baden-Württemberg hat jetzt in der Antwort auf eine Landtagsanfrage der grünen Abgeordneten Thekla Walker das "Hamburger Modell" als schwer umsetzbar bezeichnet. Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) erklärte, dass ein vollständiger Ausstieg aus der Beihilfe "verfassungsrechtlich nicht möglich sein" werde. Wegen der verfassungsrechtlich verankerten Fürsorgepflicht für Beamte würde zumindest in Härtefällen auch künftig eine ergänzende Beihilfe nötig bleiben. Außerdem bleibe die Pflegeabsicherung beim Hamburger Konzept außen vor, hier bestehe der Beihilfeanspruch von Beamten in der GKV unverändert weiter, was einen "erheblichen Verwaltungsmehraufwand" mit sich bringe. Überdies erfülle der Großteil der Beamten in Baden-Württemberg nicht die Voraussetzungen für eine GKV-Mitgliedschaft und würde insoweit auch nicht von einem "Hamburger Modell" profitieren können, heißt es. Ein echtes Wahlrecht könne nur durch Änderungen im SGB V auf Bundesebene erreicht werden. Bislang müssen Beamte, die in der GKV versichert sind, die Beiträge allein aufbringen.
Quelle: ärztezeitung, jh

Aus dem Verband:

Das Praxishandbuch als Onlineportal

Sie wollen sich weniger um Bürokratie und lieber mehr um Ihre Patienten kümmern? Die immer komplexeren Verwaltungsaufgaben rund um die Themen Finanzen, Recht und Steuern sicher beherrschen und schneller erledigen? Dann nutzen auch Sie das Praxishandbuch. Es liefert Ihnen bei nahezu jedem Problem im Praxisalltag eine sofortige Abhilfe sowie eine hohe Zeitersparnis. Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier: https://www.fvdz.de/praxishandbuch
red

Zu guter Letzt:

Geht ein Fischotter zum Zahnarzt…

Der Fischotter Störtebeker lebt momentan im Wildpark Schwarze Heide. Dort wurde für ihn auch schon die passende Partnerin ausgewählt. Die Fischotterdame Lily bekam ihren zukünftigen Freund allerdings noch nicht zu Gesicht, denn Störtebeker unterzog sich zunächst einer zahnärztlichen Generalüberholung. Tierärztin Dr. Martina Schmoock röntge das Gebiss des sechs Monate alten Tieres und behandelte es anschließend mit Bohrer und Zange. Ein komplett quer stehender Zahn wurde gezogen, nun können sich die restlichen Zähne gut richten. Der kleine Fischotter verschlief die Behandlung. Nach der Rekonvaleszenz steht dem Kennenlernen der beiden nun nichts mehr im Wege. Mit dem gepflegten Gebiss klappt es nun auch bei der Partnerwahl.
Quelle: BILD online

Der FVDZ bietet Zahnärzten und Praxismitarbeitern eine Vielzahl von Seminaren in seiner "FVDZ Akademie" an. Die aktuellen Fortbildungsangebote: 

12.12., 14 - 19 Uhr in Bonn (203)

Sehr geehrter Herr Dr.,

mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. Darüber hinaus möchten wir Sie in eigener Sache auf die Seminare des FVDZ aufmerksam machen.

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • LINKE: Kleine Anfrage zu MVZ
  • Oberverwaltungsgericht (OVG): Keine Groß-MVZ in Wohngebieten
  • BZÄK fordert Kammermitgliedschaft für MVZ
  • Spahn will Neustart für die CDU
  • Vivy-App mit eklatanten Sicherheitsmängeln
  • Erfolgreiches Existenzgründerseminar wird bundesweit ausgebaut
  • Zu guter Letzt: Zähne so bunt wie ein Regenbogen

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

LINKE: Kleine Anfrage zu MVZ

Auf eine kleine Anfrage der Fraktion der Linken im Deutschen Bundestag zum Thema: „Kapitalinteressen bei der Übernahme von Medizinischen Versorgungszentren“ offenbarte die Bundesregierung lückenhafte Kenntnisse.  Konkret wollten die Parlamentarier wissen, wie sich die Anzahl von MVZ in Deutschland entwickelt, wer sie betreibt, ob Krankenhäuser sie nutzen, um Patienten zu gewinnen und was die Regierung davon hält, wenn Finanzinvestoren MVZ übernehmen. Das BMG sieht in MVZ eine zeitgemäße Ergänzung der ambulanten Versorgung und weist darauf hin, dass sie Ärzten eine größere Flexibilität und ein geringeres finanzielles Risiko bieten. Unternehmen, die „allein Kapitalinteressen verfolgen und keinen fachlichen Bezug zur medizinischen Versorgung haben“, will die Bundesregierung hingegen entgegenwirken und bezieht sich dabei auf nichtärztliche Dialyseerbringer. Weiter werden in der Antwort folgende Zahlen genannt: 2006 gab es 665 MVZ, 2017 waren es 2.821. Betreiber sind zum großen Teil Krankenhäuser (1.169) und Vertragsärzte (1.246), wobei besonders die Zahl der MVZ in Krankenhausbesitz stark gestiegen ist. Wie viele MVZ sich in der Hand von Private-Equity Gesellschaften befinden, ist nur für den zahnärztlichen Bereich bekannt: Bis 2014 befand sich kein MVZ im Besitz von Finanzinvestoren, 2015 waren es acht, 2016 stieg die Zahl auf 31, 2017 auf 45, aktuell sind es bereits 60. 
Quelle: aend

Oberverwaltungsgericht (OVG): Keine Groß-MVZ in Wohngebieten

Nach einem Urteil des OVG Sachsen-Anhalt in Magdeburg (AZ: 2 M 53/18) ist der Betrieb von MVZ in reinen Wohngebieten nur eingeschränkt statthaft. Einzelpraxen und Büros seien grundsätzlich zulässig, so das Gericht, die (Praxis- oder) Büronutzung dürfe aber (faustregelartig) nicht mehr als die Hälfte der Wohnungen und auch nicht mehr als 50 Prozent der Wohnfläche pro Gebäude umfassen, so das OVG in seinen Leitsätzen. Im konkreten Fall hatten sich Anwohner gegen den Erweiterungsbau eines als „Institut für Augenheilkunde“ firmierenden MVZs in Halle (Saale) gewehrt. Zunächst hatte das Verwaltungsgericht Halle einem entsprechenden Eilantrag stattgegeben. Dem folgte das OVG und erklärte das geplante Augen-Laserzentrum für „seiner Art nach unzulässig“.
Quelle: Ärztezeitung

Bundeszahnärztekammer (BZÄK) fordert Kammermitgliedschaft für MVZ

Der Vorstand der BZÄK hat eine Pflicht-Kammermitgliedschaft von Investoren-MVZ gefordert. Der BZÄK zufolge legen die Berufsordnungen der Landeszahnärztekammern für jeden Zahnarzt bindend dessen Berufspflichten fest.
Diese dienen unter anderem dazu, die Qualität der zahnärztlichen Tätigkeit sicherzustellen, berufs€würdiges Verhalten zu fördern und berufsunwürdiges Verhalten zu verhindern. Erfolge die Ausübung der zahnärztlichen Tätigkeit jedoch in der Rechtsform einer juristischen Person, könne die Einhaltung des Berufsrechts derzeit nicht durch die Kammer kontrolliert werden, weil juristische Personen nicht Mitglieder der Zahnärztekammern seien. Dies sei aber erforderlich, damit die Kammern ihrer Gemeinwohlverpflichtung nachkommen könnten. Außerdem fordert der BZÄK-Vorstand, durch gesetzgeberische Maßnahmen den Risiken von Fehlanreizen durch den Einfluss von renditeorientierten Kapitalgebern zu begegnen. Ob die Kammer-Mitgliedschaft juristischer Personen der richtige Weg sei, müsse diskutiert werden, erklärte dazu der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader. Am besten gewährleiste immer noch der Grundsatz der persönlichen Leistungserbringung und der persönlichen Haftung die „ethisch hochstehende Berufsausübung“.
Quelle: FVDZ, zm online, Ärzteblatt

Spahn will Neustart für die CDU

Dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn große Ambitionen hat, ist bekannt. Folgerichtig bewirbt er sich auch um den Parteivorsitz, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Rückzug nach gravierenden Verlusten in den letzten Landtagswahlen erklärte. Seine Kandidatur untermauerte der Gesundheitsminister mit einem ausführlichen Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in dem er die CDU zu einem umfassenden Neustart, einer stärkeren Profilierung sowie offenen Debatten aufforderte. Außerdem kritisierte er ein weiteres Mal Merkels Flüchtlingspolitik. Parallel dazu wurde ein Video auf seinen diversen Social-Media-Kanälen veröffentlicht, mit dem er seine Ansprüche bekräftigt. Dieses soll mit seinen schnellen Schnitten und lauter Musik wohl vor allem eher die jüngere Klientel ansprechen. Es zeigt aber wohl auch: Für Jens Spahn ist das Amt des Bundesgesundheitsministers mitnichten die Endstation seiner politischen Karriere.
Quelle: Homepage Jens Spahn

Vivy-App mit eklatanten Sicherheitsmängeln

Seit September ist die App Vivy bei 16 Krankenkassen im Einsatz. Die Versicherten können mithilfe der App eine digitale Gesundheitsakte erstellen und verwalten. Sicherheitsforscher haben nun eklatante Mängel bei der Sicherheit der App und der damit verbundenen Server-Infrastruktur entdeckt. Dabei geht es um konzeptionelle Defizite in einer Funktion, mit der Patienten Dokumente mit ihrem Arzt austauschen können. Außerdem war die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der App nicht sauber programmiert. Durch Schwächen in der Schlüsselverwaltung hätten Angreifer die geheimen Schlüssel der Ärzte auslesen und Daten entschlüsseln können. Der App-Betreiber erklärte dazu, dass die „hypothetischen Angriffsvektoren“ innerhalb von 24 Stunden beseitigt worden seien. Außerdem sei „zu keinem Zeitpunkt“ ein Zugriff von einem oder mehreren Nutzern auf die Gesundheitsakte möglich gewesen. In verschiedenen Medien der IT-Branche wird nach Veröffentlichung weiterer Sicherheitslücken angezweifelt, ob das Sicherheitsversprechen der App für die Gesundheitsakte tatsächlich gehalten werden kann. „Nutzer sollten nicht von mehr Privatsphäre als im Wartezimmer ausgehen“, kommentierte „netzpolitik.org“.
Quelle: heise, Ärzte Zeitung

 

Aus dem Verband:

Erfolgreiches Existenzgründerseminar wird bundesweit ausgebaut

Das erfolgreiche Existenzgründerprogramm des Freien Verbandes wird aufgrund der großen Nachfrage im kommenden Jahr ausgebaut. Die berufsbegleitende Seminarreihe startete im März dieses Jahres und vermittelt alles Wichtige zur Gründung und Führung einer Zahnarztpraxis. Im Mittelpunkt der Seminare stehen die Themen Betriebswirtschaft, Arbeits-, Berufs- und Vertragsrecht, Marketing sowie Personalmanagement. Erfahrene Referenten schlagen die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Was immer Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber wissen müssen und schon immer wissen wollten, hier erfahren sie es – kompetent, komfortabel, kostenfrei. Einzige Voraussetzung für die Teilnahme: die Mitgliedschaft im Freien Verband. Und die ist für Studenten ebenfalls kostenfrei. Bisher haben sich 97 Teilnehmer angemeldet. Das Programm richtet sich an studentische Mitglieder ab dem 9. Semester und angestellte Zahnärzte bis zum 5. Berufsjahr. Die Existenzgründer können aus 12 Seminaren frei einen oder alle Termine wählen, verteilt auf 18 Monate. So kann jeder Interessent jederzeit einsteigen und berufsbegleitend an der Fortbildung teilnehmen. Die Seminare sollen bald in regionalen Standorten mit jeweils den gleichen Inhalten stattfinden, demnächst in Stuttgart, Erlangen, Rust, Leipzig und Hamburg. Pro Tagesseminar erhalten Teilnehmer sechs Fortbildungspunkte. Ausführliche Informationen zum Programm finden Sie hier: https://www.fvdz.de/existenzgruenderprogramm.html
mar, red

 

Zu guter Letzt:

Zähne so bunt wie ein Regenbogen

Halloween ist zwar vorbei, aber die Karnevalssaison beginnt in wenigen Tagen. Grund genug, um den neuesten amerikanischen Instagram-Trend vorzustellen: Zähne in Regenbogenfarben. Wie das geht? Ganz einfach: Mittels einer Art Nagellack ist es möglich, die Zähne in allen Farben des Regenbogens anzumalen. Die Farben haben vielversprechende Namen wie „Feenstaub“ oder „Zuckerwatte“. Der ganze Spaß kostet um die 20 Dollar pro Flasche und hält bis zu 24 Stunden. Die bunten Farben lassen sich jederzeit unkompliziert durch Zähneputzen entfernen. Vielleicht eine Idee, um das Karnevalskostüm zu perfektionieren?
Quelle: New York Post