ZÄF Hochfranken e.V. zahnärztl.Fortbildung & Information

News-FVDZ Nachrichten 17.Dez. 2019

ehr geehrte Damen und Herren,

mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik.

GOZ-Punktwertuhr:  11.673 Tage

 

Themen dieser Ausgabe:

  • BMG: Spahn klopft sich auf die Schulter
  • Altersvorsorge: FDP fordert Flexibilität
  • Thüringen: Ramelow setzt auf Genossenschaften
  • IG-Med: Nur Stecker ziehen ist sicher
  • Mehr Handys: Mehr Kopfverletzungen


Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:


BMG: Spahn klopft sich auf die Schulter


Zum Jahresende hat das Bundesgesundheitsministerium auf mehreren Seiten die ab 2020 geltenden Neuregelungen im Bereich Gesundheit und Pflege aufgelistet. Man habe in 20 Monaten 20 Gesetze auf den Weg gebracht, um „unser Gesundheitssystem fit zu machen für die 20er Jahre“, so Minister Jens Spahn. Gesundheit gehe alle an. Deswegen müsse der Staat in diesem lebenswichtigen Bereich funktionieren. Hervorgehoben wird u.a.,
dass Patienten 24/7 über die Telefonnummer 116 117 schneller Arzttermine bekommen,
dass die Personalkosten für die Pflege im Krankenhaus separat von den Kostenträgern finanziert werden,
dass Krankenhäuser in dünn besiedelten Regionen zusätzliche jährliche Zuschüsse erhalten,
dass Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Krankenhausbereichen eingeführt werden,
dass Leiharbeit im Krankenhaus nur noch bis zur Höhe des Tariflohns vergütet wird,
dass keine Vermittlungsprovisionen für Leihpersonal finanziert werden,
dass die Ausbildungen in der Kranken-, Alten- und Kinderpflege zu einer kostenfreien generalistischen Ausbildung mit der Möglichkeit zur Spezialisierung im dritten Ausbildungsjahr zusammengeführt werden,
dass digitale Anwendungen (Diabetes-Tagebücher oder Blutdruck-Apps) verschrieben werden können,
dass Krankenkassen Angebote zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz machen können,
dass Ärzte im Internet über ihre Videosprechstunde informieren dürfen,
dass der freiwillige Beitritt zu einer gesetzlichen Krankenkasse elektronisch erfolgen kann,
dass Wahlleistungen im Krankenhaus elektronisch vereinbart werden können,
dass die elektronische Verordnung für Heil- und Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege erprobt werden kann,
dass die Abrechnungsdaten pseudonymisiert zusammengefasst und der Forschung in Form von anonymisierten Ergebnissen zugänglich gemacht werden,
dass der Innovationsfonds bis 2005 mit 200 Millionen Euro jährlich verlängert wird,
dass die Selbstverwaltung IT-Sicherheitsstandards festschreiben muss, um die Sicherheit nachhaltig zu erhöhen,
dass die Medizinischen Dienste von den Kassen unabhängige Körperschaften des öffentlichen Rechts werden,
dass ein Implantateregister aufgebaut wird,
dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) neue Behandlungsmethoden schneller bewerten muss,
dass Hebammen künftig zum Bachelor ausgebildet und während des Studiums vergütet werden,
dass der Not- und Nachtdienst in den Apotheken besser vergütet wird,
dass die Zuschläge bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (16 auf 21 Cent) sowie Betäubungsmitteln und anderen dokumentationsaufwändigen Arzneimitteln (2,91 auf 4,26 EUR) angehoben werden,
dass pflichtversicherte Betriebsrentner bei den Krankenkassenbeiträgen entlastet werden,
dass Organisationen der gesundheitlichen Selbsthilfe eine höhere Förderung erhalten,
dass digitale Anwendungen in der gesundheitlichen Selbsthilfe verstärkt gefördert werden,
dass der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent angehoben wird,
dass die Krankenkassen zum schrittweisen Abbau überschüssiger Finanzreserven verpflichtet werden.
Quelle: bmg, jh


Altersvorsorge: FDP fordert Flexibilität


In der Diskussion um staatlichen Zwang zur Altersicherung hat die FDP Wahlfreiheit für Selbstständige gefordert. „Die Art und Weise, wie Selbstständige vorsorgen, können sie am besten selbst bestimmen – und nicht Hubertus Heil oder andere Politiker“, sagte FDP-Rentenexperte Johannes Vogel. Bundesarbeitsminister Heil (SPD) plant eine gesetzliche Pflicht zur Altersvorsorge. Die FDP fordert „Fairness für Selbstständige“. Eine faktische Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung mit nur wenigen Ausnahmen sei der falsche Weg. „Selbstständige entscheiden viele wesentlichen Fragen anders als Angestellte in unternehmerischer Freiheit selbst, das sollte auch für die Art der Altersvorsorge gelten.“ Sie sollten (anders als heute) auch die Riester-Förderung nutzen können, fordert Vogel. Die Koalition verschlafe die durch den Wandel der Arbeitswelt notwendigen Gestaltungsaufgaben, wie die Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes und des Rentensystems. Es fehle ein Arbeits- oder ein Wirtschaftsminister, der sich für Selbstständige und Gründerinnen und Gründer einsetzt.
Quelle: dpa, jh


Thüringen: Ramelow setzt auf Genossenschaften


Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (LINKE) hat neue Modelle der medizinischen Versorgung in seinem Bundesland angekündigt: u.a. sollen flächendeckend Gemeindeschwestern eingeführt und der Aufbau ärztlicher Genossenschaften unterstützt werden. Nach dem im Parlament diskutierten „Thüringen-Monitor“ kritisieren 70 Prozent der Bürger in ländlichen Regionen zu lange Wartezeiten auf einen Termin bei Fachärzten wie etwa Augenärzten oder Neurologen. Ramelow sagte, die Ängste und Sorgen mit der Gesundheitsversorgung seien ernst zu nehmen. Dazu gehöre auch die Furcht vor einer Zwei-Klassen-Medizin zu Lasten der sozial Schwächeren. Der „Thüringen-Monitor“ beschäftigte sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit Gesundheit und Pflege.
Quelle: dpa, jh


IG-Med: Nur Stecker ziehen ist sicher


Die IG Med kämpft weiter gegen den Zwangsanschluss ärztlicher Praxen an die Telematikinfrastruktur der gematik. Dazu bietet sie das Siegel "Telematikfreie Praxis" und eine Online-Suche für Patienten an: Auf der Seite www.datenschutz-ist-patientenschutz.de haben Ärzte die Möglichkeit, sich registrieren zu lassen. Die gelisteten Ärzte versichern, dass die medizinischen Daten Ihrer Patienten ausschließlich innerhalb der Praxis gespeichert werden und die Datenspeicher mit einer Hardware-Firewall gegen Fremdzugriff gesichert sind. Weiter heißt es: „In diesem Portal finden Sie Ärzte, die sich dem Zwang der deutschen Sozialgesetzgebung widersetzen und trotz der Androhung von Strafzahlungen weiterhin die persönlichsten Daten Ihrer Patienten schützen“. Fehlerhafte Installation und falsche Beratung seien während der zurückliegenden Installationswellen offenbar an der Tagesordnung gewesen. Daher fürchteten IT-Experten, dass ein Großteil der an die Telematikinfrastruktur angeschlossenen Arztpraxen bei einem Hacker-Angriff wahrscheinlich „alt aussehe“. Für die Mitglieder der IG Med bleibt daher als einzige Lösung, die Daten der Patienten effektiv zu schützen, von der TI abgekoppelt zu bleiben.
Quelle: ig-med


Auch das noch:


Mehr Handys: Mehr Kopfverletzungen


Während die Diskussion um die Schädlichkeit von Handy-Strahlung für das menschliche Gehirn etwas in den Hintergrund geraten ist, wird aktuell diskutiert, wie viele neue Kraftwerke für die Einführung von 5G benötigt werden. Jetzt kommt aus den USA eine Studie, die auf ganz andere Gefahren der Nutzung des cell phones hinweist. HNO-Ärzte aus Newark haben festgestellt, dass sich die Inzidenz von Verletzungen durch Handys an Kopf und Hals innerhalb von zehn Jahren versechsfacht hat. Grundlage waren die Daten von Notaufnahmen aus 100 ausgewählten Kliniken. Gesucht wurde nach Unfällen, bei denen der Gebrauch des Handys in den Hergang vermutlich kausal involviert war, z.B. indirekt durch Ablenkung oder direkt, wenn jemand eines der Geräte an den Kopf geworfen bekam oder der Akku beim Telefonieren explodierte. Man fand zwischen 1998 und 2017 insgesamt 2500 Handy-assoziierte Verletzungen in der Datenbank. Etwa die Hälfte der Verletzungen ließ sich auf eine direkte Einwirkung der Geräte zurückführen. Kinder und Jugendliche verletzten sich hauptsächlich direkt, Erwachsene indirekt. Bei den über 65-Jährigen war Ablenkung zu 90 Prozent die Unfallursache, bei Kindern unter 13 Jahren nur zu 18 Prozent. Frauen waren unter den Opfern etwas häufiger als Männer (56 Prozent). Die Inzidenz blieb mit fünf Verletzungen auf eine Mio. Personen bis 2006 gering, stieg ab 2010 steil an und erreichte 2016 ein Maximum mit etwa 30 Verletzungen auf eine Million Einwohner. Die Empfehlung der HNO-Ärzte: Vor allem junge Menschen sollten besser darüber aufgeklärt werden, das Handy nicht während anderer Aktivitäten zu nutzen.
Quelle: äz, jh


Liebe Leserinnen, liebe Leser,


im zurückliegenden Jahr haben wir Sie in 46 Ausgaben jeweils kurz und bündig über gesundheitspolitische Themen informiert. Minister Spahn hat dabei ein Tempo vorgelegt, dass es nicht einfach machte, immer „auf Ballhöhe“ zu sein (und das wird wohl so weiter gehen - s.o.). Minister mit Entscheidungswillen und –phantasie sind natürlich viel spannender als bloße „Verwalter“, Hyperaktivität ist aber gleichermaßen eine Herausforderung für das eigene Ministerium wie die Betroffenen. Die erste Ausgabe 2020 erscheint am 07. Januar.
Bis dahin: Frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr und - bleiben Sie uns gewogen!
Ihre fvdz-aktuell-Redaktion

Nachrichten

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