ZÄF Hochfranken e.V. zahnärztl.Fortbildung & Information

News-FVDZ Nachrichten 2.April 2019

Sehr geehrter Herr

mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. Darüber hinaus möchten wir Sie in eigener Sache auf die Seminare des FVDZ aufmerksam machen.

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

BV-/EV-Sitzungsreihe: TSVG als positives Signal der Politik

Bundesvorstand und Erweiterter Bundesvorstand des Freien Verbandes haben am vergangenen Wochenende in Hamburg das kürzlich verabschiedete Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) positiv bewertet. Im Gesetz gibt es für Zahnärzte eine Sonderregelung hinsichtlich zahnärztlicher Medizinischer Versorgungszentren (Z-MVZ). Diese dürfen in Investorenhand maximal zehn Prozent der Versorgung pro MVZ stellen. FVDZ-Bundesvorsitzender Harald Schrader resümierte, dies sei ein positives Signal, denn die Politik habe anerkannt, dass die Zahnärzte eine Sonderregelung benötigten, um die freiberufliche Praxis als Säule der ambulanten zahnärztlichen Versorgung zu erhalten. Die konzertierte Aktion der Zahnärzte, von der Basis bis zum Vorstand, die in vielen Gesprächen mit Politikern Überzeugungsarbeit geleistet hatten, habe Früchte getragen. Aber Schrader betonte auch: „Nach dem Gesetz ist vor dem Gesetz!“ und stellte weitere Projekte und Pläne vor. Ein Schwerpunkt ist die Mitgliederaktivierung und Lobbykampagne zur Europawahl im Mai. Weitere Themen, die Arbeitsgruppen erarbeiten, waren die GOZ, tragfähige Zukunftsmodelle der Berufsausübung und ein neuer Kongress für die junge Zielgruppe. Zum Auftakt der EV-Sitzung hatte Linus Neumann (inoffizieller Sprecher des Chaos Computer Clubs - CCC) über Datenschutz und IT-Sicherheit referiert. Das Problem, so Neumann, sei weniger die Technik, als der „menschliche Faktor“ – bei Programmierern und bei Anwendern. So seien alle derzeit verfügbaren Gesundheits-Apps als unsicher einzustufen. Rechne man die von großen IT-Anbietern selbst einkalkulierten Datenlecks hoch, so sei in spätestens 50 Jahren „alles über alle“ bekannt. Um das Risiko zu minimieren, Opfer von Datenklau oder Erpressungstrojanern zu werden, empfahl er die Beachtung einiger Grundregeln: Möglichst lange und verschiedene Passwörter verwenden, Systeme aktuell halten, keine Links in E-Mails anklicken, Makros deaktivieren. Mitarbeiter schulen und (regelmäßig!) Daten sichern, denn: „Keine Backups – kein Mitleid!“
kp, jh

KBV-Fachtagung: Medizin im Wandel – Wie verändert die Digitalisierung den Praxisalltag und Arztberuf?

Die Digitalisierung ist weiterhin in aller Munde und auch die letzte Fachtagung der KBV widmete sich in der vergangenen Woche diesem Thema. Ziele der Veranstaltung waren unter anderem die Beschäftigung mit und die Positionierung zu den fachlich-medizinischen Chancen und Risiken durch digitalisierte Prozesse. Zudem sollten ethische, ökonomische sowie praktische Aspekte der Digitalisierung für die ärztliche Versorgung diskutiert werden. In den kontroversen Vorträgen wurde deutlich, dass die Künstliche Intelligenz (KI) grundsätzlich einen Wandel in der Medizin bedeuten werde, allerdings waren sich die Referenten uneinig, wie hoch der Nutzen sein würde. KI wird viele ärztliche Tätigkeiten schon in naher Zukunft obsolet machen und die Sinnfrage für ganze Fachrichtungen aufwerfen. Diese Meinung vertrat der Vorsitzende der Initiative Gesundheitswirtschaft und Vizepräsident des US-amerikanischen Medizintechnikherstellers GE Healthcare, Prof. Jörg Debatin. „Die Entwicklung geht in atemberaubendem Tempo weiter“, sagte Debatin. Diese Aussage wurde später von dem Mathematiker und Gründer des „Netzwerks für evidenzbasierte Medizin“, Prof. Gerd Antes, jedoch deutlich zurückgewiesen. Antes sprach von einer „völlig überhöhten Nutzenerwartung“ an die KI, bei der die „Technikfolgenabschätzung“ vernachlässigt werde. Die Hoffnung, aus mehr Daten würden durch die KI ganz von allein auch mehr Erkenntnisse gewonnen, gehe fehl, erklärte er. Um den praktischen Nutzen ging es im Vortrag der niedergelassenen Hausärztin Dr. Irmgard Landgraf, die anschaulich ausführte, wie sie digitale Anwendungen im Praxisalltag nutzt und damit effizient und ressourcensparend arbeitet. Wichtig sei die Bereitschaft der Ärzte, die Digitalisierung in der Versorgung zu nutzen und Erfahrungen zu machen, bekräftige KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.
jg, änd

Spahn will „faire Kassenwahl“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der vergangenen Woche Ideen für ein neues Gesetz mit dem Arbeitstitel „Faire-Kassenwahl-Gesetz“ vorgelegt. Der Minister will gesetzlich Versicherten den Kassenwechsel erleichtern. Er halte es für einen Fehler, dass „die Möglichkeiten für die Versicherten, ihre Krankenkasse frei auszuwählen, noch immer eingeschränkt“ seien, heißt es in einem Gastbeitrag des „Handelsblattes“. Von den zehn größten Krankenkassen in Deutschland seien derzeit lediglich fünf für einen bundesweiten Beitritt offen. Es sei schwer zu vermitteln, warum einem Versicherten bestimmte attraktive Zusatzleistungen einer Versicherung vorenthalten bleiben sollten, nur weil er am falschen Ort wohne. Dies sei nicht nur unsolidarisch, sondern begrenze auch den sinnvollen Wettbewerb um Qualität und Wirtschaftlichkeit der Kassen untereinander. Spahns Hintergedanke: „Ein funktionsfähiger und gut regulierter Wettbewerb heißt auch, dass die Aufsicht einheitlicher wird“, heißt es weiter, denn bundesweit geöffnete Kassen unterliegen nicht mehr der Länderaufsicht. Die Reaktionen waren geteilt: Der AOK-Bundesverband sprach von „machtpolitischem Zentralismus und finanzieller Gleichmacherei“. Verbandschef Martin Litsch befürchtet, dass die Vorschläge des Ministers „erhebliche Kollateralschäden bei der Gestaltung von Versorgung besonders im ländlichen Raum hinterlassen“. DAK-Gesundheit und Barmer hingegen sehen in dem Gesetzentwurf eher Positives. Der „solidarische Wettbewerb“ werde auf eine neue und faire Grundlage gestellt, erklärte die DAK-Gesundheit. Von der Barmer hieß es, Spahn setze die richtigen Impulse. Auch die Betriebskrankenkassen lobten Spahns Pläne als guten Ansatz, um das „antiquierte Organisationsrecht der Krankenkassen“ zu modernisieren. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml dagegen mahnte, dass dieser Vorstoß zu Kassenfusionen und letztlich „zu einer Einheitskasse“ führen werde.
Quellen: Handelsblatt, FAZ, änd, Ärzteblatt

PKV: „Hamburger Modell“ macht Schule

Nach Hamburg, wo Beamte bereits seit vergangenem Jahr statt Beihilfe und privater Krankenversicherung (PKV) die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wählen können, wollen andere Bundesländer nun nachziehen. Brandenburg, Thüringen und Bremen hätten diesen Schritt für 2020 angekündigt, hieß es im Tagesspiegel. Auch Berlin habe die Öffnung bereits auf der Agenda. Die wegen des hälftigen Arbeitgeberbeitrages deutlich höheren Kosten, schrecken offenbar nicht. Möglicherweise soll damit die PKV weiter unter Druck gesetzt werden, denn Beamte sind bislang deren größte Versichertengruppe. Bisher ist es für Beamte nur möglich, Beihilfe für Krankenbehandlung zu bekommen, wenn sie privat krankenversichert sind. Sind Beamte freiwillig in der GKV, müssen sie bislang den vollen Beitrag selbst zahlen. SPD und Bündnis 90 / Die Grünen begrüßten den Vorstoß der Länder, das Modell aus Hamburg übernehmen zu wollen. Der PKV-Verband reagierte naturgemäß ablehnend. Es verwundere nicht, dass die Positionierung der „üblichen Farbenlehre in Fragen rund um die Bürgerversicherung“ folge. Erste Erfahrungen aus Hamburg zeigten, dass das Modell wenig Anklang finde.
Quelle: Tagesspiegel, jh

Aus dem Verband:

Das Praxishandbuch - jetzt als Onlineportal

Sie wollen sich weniger um Bürokratie und lieber mehr um Ihre Patienten kümmern? Die immer komplexeren Verwaltungsaufgaben rund um die Themen Finanzen, Recht und Steuern sicher beherrschen und schneller erledigen? Dann nutzen auch Sie das Praxishandbuch. Es liefert Ihnen bei nahezu jedem Problem im Praxisalltag eine sofortige Abhilfe und hohe Zeitersparnis. Ihr Nutzen: unverzügliche Hilfe bei fast jedem Problem im Praxisalltag, inklusive Musterformulare wie beispielsweise Checklisten, Arbeitsverträge und Patientenvereinbarungen, signifikante Verwaltungserleichterung und Informationsmehrwert durch Themenverlinkung. Darüber hinaus ist es überall abrufbar und optimiert für alle Endgeräte. Hier geht es direkt zum Praxishandbuch: www.fvdz.de/praxishandbuch
red

Zu guter Letzt:

Schlösser knacken ist wie Füllungen legen

Gerade einmal 30 Sekunden braucht Deutschlands bester Schlösseröffner, um ein Schloss zu knacken. Es muss dabei heile bleiben. Der fünfzehnfache deutsche Meister aus Hamburg hat auch schon den europäischen Titel geholt – und ist im Hauptberuf Zahnarzt. Zahnmedizin und das Öffnen von Schlössern sind für den 54-Jährigen gar nicht so weit voneinander entfernt: Beides hat viel mit Feinmotorik und dreidimensionalem Arbeiten zu tun, auch die Werkzeuge seien ähnlich. Mit einem sogenannten Haken, einem häkelnadelähnlichen Metallstab, mit dem er das Innenleben eines Schlosses ertastet, bekommt er nach eigenen Angaben fast jedes Schloss auf. Schlösser sind für den Vater von zwei Töchtern wie Frauen: Jedes hat sein Geheimnis!
mar

Aktuelle Seminarangebote: